Er fesselt viele üble Dinge …
Lavandula angustifolia, auch als Echter oder Englischer Lavendel bekannt, gehört zur Familie der Lippenblütengewächse (Lamiacae). Neben der Verwendung als Zierpflanze, dient er der Gewinnung von Duftstoffen, als Gewürz in der Küche und als Heilpflanze für pharmazeutische Zwecke.
Als Heilpflanze wurde der echte Lavendel auch von Hildegard von Bingen (1098 – 1179) geschätzt und fand in ihrer naturkundlichen Schrift „Physica” Erwähnung: „Der echte Lavendel ist warm und trocken, weil er wenig Saft hat. Und er nützt dem Menschen nicht zum Essen, hat aber doch einen starken Duft. Und wenn ein Mensch, der viele Läuse hat, oft am Lavendel riecht, sterben die Läuse an ihm. Und sein Duft macht die Augen klar, weil er die Kraft sehr starker und auch die Nützlichkeit sehr bitterer Spezereien in sich hat, und daher fesselt er viele üble Dinge,…”, soweit die schlaue Klosterfrau.
Made in UK
Von den alten Römern wird gesagt, sie hätten den Lavendel nach Großbritannien gebracht. Historische Beweise gibt es für diese Behauptung allerdings nicht. Belegt ist aber, dass man ab dem 13. Jahrhundert Lavendel im Vereinigten Königreich kannte und schon bald mit dessen Anbau begann.
Offenbar ließ sich die Pflanze auf der Insel problemlos kultivieren. Später wurde sie sogar zu einem wichtigen Bestandteil des klassischen, englischen Cottage Gardens. Der Charme desselben besteht ja in erster Linie in der Natürlichkeit, Ungezwungenheit und in der harmonisch blühenden, wohlkomponierten Vielfalt von unterschiedlichen Pflanzen, die hier so wachsen, als hätte die Natur die Beete selbst angelegt. Kein Wunder also, dass es die englische Lavendelkultur zu großem Ansehen gebracht hat.
Inmitten der sanften Hügellandschaft der Grafschaft Kent liegt die Wiege des Lavendels mit dem wohlklingenden Namen Downderry Nursery – eine Lavendelgärtnerei mit hohem Bekanntheitsgrad. Die erfolgreiche Nursery, die 350 verschiedene Lavendelarten und -sorten umfasst, hat als eine besondere Auszeichnung den Status als “National Plant Collection” erhalten. Eine Vielzahl der außergewöhnlichen Downderry Sorten werden jetzt auch bei uns im Handel angeboten.
Nahrung für dicke Hummeln und fleißige Bienchen
Den Imkern sterben seit Jahren die Bienen unter den Händen weg. Den Völkern machen nicht nur die Varroa-Milbe und giftige Pestizide zu schaffen, sondern vor allem das viele Grün überall: Grüne Flächen, wohin die fleißigen Bienen auch fliegen. Blüten zu finden, ist in manchen Regionen kaum noch möglich.
Das scheint auch der Hauptgrund für das alljährliche Hummelsterben im Hochsommer zu sein. Es herrscht Nektarmangel ausgelöst durch immer steriler werdende Gärten und Grünanlagen.
Um das Nahrungsangebot für Hummeln und Bienen zu verbessern, empfiehlt der NABU Gartenbesitzern u.a. nektar- und pollenreiche Gartenpflanzen wie z.B. Lavendel zu pflanzen.
Rein weiße Blütenpracht
Angustifolia ‘Blue Mountain White‘ stammt ursprünglich aus Neuseeland. Dort stand diese Lavendelselektion über 30 Jahre in einem Garten und wurde erst 2001 als vielversprechende Neuheit in Europa eingeführt. Entsprechend ihrer Herkunft bevorzugt sie viel Sonne und einen trockenen, warmen Standort.
Das Besondere an ‘Blue Mountain White‘: Die ersten Blüten erscheinen ab Juni und zeigen bis in den September hinein ihre volle Schönheit. Graugrünes Laub schimmert dann sanft unter der weißen Blütenpracht hervor. Reizvoll ist die Sorte auch wegen des betörenden und lang anhaltenden Duftes.
In Rabatten mit vielen unterschiedlichen Lavendelsorten bietet die weißblühende Pflanze einen besonderen Farbeffekte. Aber auch für Rosen- oder Staudenbeete ist ‘Blue Mountain White‘ bei Kennern beliebt.
Eisblau
Nomen est omen! Lavandula angustifolia ‘Blue Ice’ blüht tatsächlich in einem wunderbaren Eisblau, das unter allen Lavendelsorten absolut einmalig ist.
Wer diesen speziellen Farbton in seinem Garten besonders betonen und zum Leuchten bringen möchte, sollte die Pflanzen mit dunkler blühenden Lavendelsorten oder anderen Stauden kombinieren.
‘Blue Ice’ wurde 2003 in Großbritannien erstmals vorgestellt. Die Pflanzen werden etwa 60 Zentimeter hoch und 75 Zentimeter breit. Ihre großen Blütenkelche verströmen ab Ende Juni bis Mitte Juli einen atemberaubenden Duft. ‘Blue Ice’ eignet sich hervorragend zum Trocknen der Blütenähren. Der Duft bleibt lange erhalten und kann in Duftsäckchen konserviert werden.

