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Pflege

Nicht nur die Spitzen … Lavendelschnitt erfordert Schneid

Jetzt nach der Blüte braucht der Lavendel zwei Dinge: einen Schnitt und Ihren Schneid. Nur mit ein bisschen Spitzenschneiden ist ihm auf Dauer nicht geholfen! Mit dem richtigen Schnitt und ein bisschen Glück blüht der Lavendel vielleicht im Spätsommer noch einmal. Viel wichtiger ist jedoch, dass Sie mit dem Schnitt dazu beitragen, dass der Halbstrauch nicht verholzt und gut in Form bleibt. Je nach Art und Sorte verhält sich der Lavendel unterschiedlich. Manche bilden bodennahe Kissen, andere werden bis zu 75 Zentimeter hoch.

Lavendelspezialist Simon Charlesworth

Und noch ein Tipp: Die abgeschnittenen Stiele lassen sich gebündelt in die Weißwäsche legen, in der Landhausküche aufhängen oder abgerebelt im Säckchen gegen Motten in den Schrank hängen.

Lavendelspezialist Simon Charlesworth

Simon Charlesworth, der Gründer der berühmten Downderry Nursery im südenglischen Kent, zeigt, wie herzhaft er dem Lavendel im Frühsommer zu Leibe rückt. Kurz danach treiben die Halbsträucher neu aus. Sind sie jedoch erst einmal verholzt, fallen sie leicht auseinander und verlieren an Attraktivität. Aber auch dann kann man noch einen Rettungsschnitt versuchen … hier ist der Erfolg jedoch reine Glückssache. Bevor man einen Lavendelstrauch rodet, ist ein solcher Schnitt allerdings einen Versuch wert. Wer immer schön dranbleibt und die Pflanzen gut pflegt, dem ist ein langjähriges Lavendelglück sicher. Vorausgesetzt natürlich der Standort stimmt: magerer Boden, eher trocken und vor allem sonnig. Und Hände weg vom Dünger!

Idealer Standort und geeigneter Boden

Downderry Lavendel Lavendel ist eine recht pflegeleichte Pflanze. Für den optimalen Wuchs stellt sie allerdings zwei Bedingungen: Einen geeigneten Standort und den richtigen Boden. Der Halbstrauch verträgt problemlos große Hitze und fühlt sich an sehr sonnigen und vorzugsweise windgeschützten Plätzen wohl. Eine Hauswand oder Mauer kann diesen Schutz bieten und speichert außerdem an Wintertagen Wärme, die sie nachts an die Pflanze abgibt. Wer seinen Lavendel eher schattig pflanzt, wird keine lange Freude an ihm haben.

Der ideale Boden für Lavendelpflanzen ist sandig oder kiesig. Wasser muss immer gut ablaufen können, denn Staunässe ist Gift für die Gartenschönheiten. Im Sommer könnten dadurch Wurzeln faulen und im Winter einfrieren. Wer eher festen oder lehmigen Boden im Garten hat, sollte diesen an geplanten Lavendelstandorten auflockern, indem er Kieselsteine oder Sand unter die Erde mischt. Hochbeete oder eine leichte Hanglage kommen den Anforderungen der Pflanze entgegen, da hier überschüssiges Wasser in der Regel schneller ablaufen kann.

Lavendel bevorzugt außerdem einen nicht sauren und nährstoffarmen Boden. Für ein gesundes Wachstum sollte deshalb zweimal im Jahr Gartenkalk unter die Erde gemischt werden. Alkalische Böden mit einem PH-Wert von 6,5 bis 8,3 sind ideal. Wer seine Kübel und Töpfe auf Balkon und Terrasse mit Lavendel bepflanzen möchte, verwendet am besten nährstoffarme Kräutererde. Sie hat alle Eigenschaften, die die Pflanze mag.

Jetzt wird’s frostig: Lavendel richtig überwintern

Wer einmal die duftende Blüte von Lavendel im eigenen Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse erlebt hat, will diesen Genuss im nächsten Jahr nicht missen. Um für das Wohlergehen der mediterranen Pflanze bei den kommenden Minustemperaturen zu sorgen, ist es wichtig, einige grundlegende Hinweise zu beachten. Zunächst ist zu unterscheiden, ob ein Lavendel für die Überwinterung in unseren Breitengraden geeignet ist oder nicht. Viele Arten und Sorten, zum Beispiel Schopflavendel, sind nicht winterhart und müssen daher vor Frost geschützt werden. Sie sollten in der kalten Jahreszeit im Kübel in einen kühlen, frostfreien Raum verbringen – in einen Keller, ein Treppenhaus, eine Garage oder auf einen Dachboden.

Frostharte Arten und Sorten

Im südenglischen Kent, wo der Lavendelspezialist Simon Charlesworth seine Downderry Nursery betreibt, herrscht ein viel milderes Klima als in Deutschland. Beim Downderry Sortiment kann man sich trotzdem darauf verlassen, dass es winterhart ist. „Wir haben viele Downderry Lavendel über mehrere deutsche Winter hinweg getestet und nur die winterharten in unser Sortiment aufgenommen“, erklärt Hans Müller von Helix Pflanzen, der die sortenreinen, englischen Lavendel exklusiv in Deutschland vertreibt. „Hier reichen daher die üblichen Winterschutzmaßnahmen für Ziersträucher völlig aus.“

Winterschutz für Lavendel

Es empfiehlt sich, den Boden rund um den Lavendel mit Reisig, Mulch oder Laub vor Sonne schützen. Gefährlich für die Pflanzen sind nämlich weniger die Minusgrade, sondern große Temperaturschwankungen. Erwärmt sich der Erdboden an sonnigen Tagen zu stark, kann es passieren, dass der Kreislauf in den Blättern zu früh aktiviert wird. Wenn es dann nachts wieder friert, steigt das Risiko von Frostschäden. Lavendel im Kübel, stellt man am besten an einen halbschattigen, geschützten Ort, zum Beispiel an die Hauswand. Regelmäßiges Gießen nicht vergessen, am besten an frostfreien Tagen!

Lavendel pflanzen

Downderry Lavendel Lavendel kann das ganze Jahr über gepflanzt werden – vorausgesetzt, es besteht keine Frostgefahr. In manchen Regionen Deutschlands wartet man also zur Sicherheit bis etwa Mitte Mai.

Wer die Lippenblütengewächse in den Garten setzt, sollte den Boden zuvor gründlich von Unkraut befreien, da gerade junger Lavendel schnell ersticken kann. In der ersten Zeit nach der Pflanzung muss die Erde feucht gehalten werden. Dabei empfiehlt es sich, alle paar Tage gründlich zu wässern statt jeden Tag nur ein bisschen zu gießen.

Direkt nach der Blütezeit: Lavendel zurückschneiden

Lavendel gehört zu den Halbsträuchern, weshalb er von Natur aus verholzt – d.h., die Pflanzen bilden mit der Zeit dickere Stämme, die weder Blätter noch Triebe tragen. Lavendelkenner sprechen auch von Verkahlung. Lässt man die Pflanzen über Jahre ungekürzt wachsen, legen sie sich aufgrund ihres Gewichts auf die Seite und verlieren so viel von ihrer Schönheit. Durch regelmäßigen Rückschnitt bildet der Lavendel neue Triebe am Fuße der Pflanze und verholzt deutlich langsamer. Zudem verzweigt er wesentlich besser und wächst dichter.

Downderry Nursery Der ideale Zeitpunkt für das Zurückschneiden ist der Spätsommer, dann wenn die Blütezeit des Lavendel zu Ende geht. Unmittelbar nach dem Verblühen beginnt normalerweise die Samenbildung. Durch den rechtzeitigen Schnitt wird bewirkt, dass die Pflanze ihre Kraft nicht in die Samen lenkt sondern zu einer zweiten Blüte motiviert wird. Der Rückschnitt darf auf keinen Fall erst im Herbst erfolgen, weil die neuen Triebe ansonsten nicht rechtzeitig winterfest werden und später zu erfrieren drohen. Nur in wärmeren Regionen kann auch noch im Herbst ein Korrekturschnitt vorgenommen werden. Im Zweifelsfall sollte man damit aber lieber bis zum Frühling warten. Auch wer dann seinen Lavendel stutzt, sollte sicher sein, dass anschließend kein Frost mehr droht. Optimal ist die Zeit noch vor dem ersten Austrieb.

Beim Rückschnitt darf man durchaus großzügig sein: Normalerweise kann Lavendel um ein Drittel bis zur Hälfte gekürzt werden. Je nach Verholzungsgrad und Alter der Pflanze sowie Sorte sogar um bis zu zwei Drittel. Grundsätzlich gilt: Junge Pflanzen können stärker gestutzt werden als alte. Besitzt der Lavendel schon längere holzige Zweige, ist eine zurückhaltende Vorgehensweise zu empfehlen. Dabei ist immer darauf zu achten, wo sich junge Triebe bilden, denn diese dürfen nicht entfernt werden. Der Schnittpunkt sollte „im Grünen” liegen. Setzt man die Schere zu tief im alten Holz an, besteht die Gefahr, dass die Pflanzen nicht mehr neu austreiben. Bei einem fachgerechten Schnitt sieht der Lavendel zumeist schon nach etwa einem Monat wieder aus wie neu. Und im kommenden Sommer zieren dann abermals unzählige Blütenähren den duftenden Halbstrauch.

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