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Vom Sammler zum Züchter

Dr. Simon Charlesworth, Lavendelzüchter aus der Grafschaft Kent im Südosten Englands, erreichte mit seiner Sammlung 1996 den offiziellen Status als „National Plant Selection“. Judith Starck hat ihn für das Dehner Magazin interviewt.

Simon Charlesworth Dr. Charlesworth, wie kamen Sie auf die Idee in England Lavendel zu züchten?

Charlesworth: Ich habe Geografie studiert und mich unter anderem mit den Themen “Globale Erderwärmung” und die Auswirkungen auf die Pflanzenwelt beschäftigt. Im Jahr 1991 habe ich deshalb begonnen in meinem kleinen Garten Stecklinge von sonnenliebenden und trockenheitsverträglichen Pflanzen zu ziehen. Die Käufer fragten fast nur nach Lavendel und so habe ich mich darauf spezialisiert. Am Anfang war ich hauptsächlich Sammler, später begann ich auch selber zu züchten.

Wie viele Sorten haben Sie im Sortiment?

Charlesworth: Am Anfang waren es ca. 60 Varietäten. Im Jahr 1996 erlangte meine Sammlung sogar den offiziellen Status als “National Plant Collection”. Als wir 1998 auf das jetzige Gelände der “downderry nursery” umgezogen sind, hatten wir bereits 80 Varietäten, im Jahr 2003 schon 200. Heute sind wir stolz auf ca. 350 Arten und Sorten. Einige unserer eigenen Züchtungen wurden auch erfolgreich von uns auf dem Markt eingeführt, z.B. die Sorte ‘Melissa Lilac’. So haben wir uns vom kleinen “Hinterhofgärtner” zur anerkannten “Benchmark-Nursery” (Marken-Baumschule) mit wissenschaftlichem Anspruch entwickelt.

Wie haben Sie den Verkauf in England gestartet?

Charlesworth: Zuerst haben wir über das Internet verkauft und waren auf verschiedenen Gartenmessen. Dann kam der Einzelhandel dazu und im Mai 1998 öffneten wir zum ersten Mal die “downderry nursery” für die Öffentlichkeit. Die “Hampton Court Flower Show” ist jährlich unsere größte Gartenschau, bei der wir viel verkaufen. Dort und auf der “Chelsea Flower Show” haben wir auch schon Preise gewonnen (insgesamt 11 Goldmedaillen).

Man vermutet in England keine Baumschule für Lavendel. Wie gelingt das dort?

Charlesworth: Wir haben gute Bedingungen. Die Baumschule liegt in Kent, in einem alten Viktorianischen ummauerten Garten. Hier herrschen gute Bodenbedingungen und es ist eine geschützte Lage.

Simon Charlesworth Was sind die wichtigsten Dinge, um Lavendel erfolgreich anzupflanzen?

Charlesworth: Ein sonniger Standort und ein durchlässiger Boden sind wichtig. Dann noch ein Rückschnitt zum richtigen Zeitpunkt – das ist nach der Blüte – und mehr braucht es nicht.

Warum fasziniert Sie Lavendel?

Charlesworth: Man hat mit Lavendel sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten, z.B. im Beet, im Topf, am Wegesrand, in Kombination mit anderen Duftpflanzen wie Rosen usw. Zudem lockt er viele Bienen und Hummeln in den Garten. Und zuletzt können die Blüten zu tollen Produkten verarbeitet werden. Wir destillieren selber Lavendelöl, aus dem dann Seifen, Körperlotionen, Handcremes usw. hergestellt werden.

Was ist Ihnen wichtig bei Ihrer Arbeit?

Charlesworth: Als “National Plant Collection” ist es unsere Aufgabe aber auch unsere Philosophie Pflanzen zu konservieren, zu pflegen, ihren Bestand zu sichern und somit zur botanischen Biodiversität beizutragen. Beispielsweise ist es uns sehr wichtig, dass alle Pflanzen korrekt bezeichnet und benannt werden. Erst wenn die Pflanzen korrekt zugeordnet sind, werden sie vermehrt. Zudem vermehren wir fast alle unserer Pflanzen selber in unserer Baumschule und Sorten nur über Stecklinge, damit sie nicht verfälscht werden.

Quelle: dehner.de

schreibergarten.com

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