Kultur
Im Lavendel steckt viel englischer Liebe
Lavendel , in diesem Wort steckt das englische Wort ´love´ nicht bloß zufällig. Jedenfalls nicht für den leidenschaftlichen Lavendelzüchter Dr. Simon Charlesworth. Dieser besitzt im Südosten Englands die bekannteste Lavendelgärtnerei Großbritanniens, die Downderry Nursery. Seine umfangreiche Lavendel-Sammlung erhielt 1996 den Status als „National Plant Collection”, eine Auszeichnung, die nicht nur Verdienste und Erfolge würdigt, sondern zugleich die Verpflichtung beinhaltet, Pflanzen zu konservieren, ihren Bestand zu sichern und somit zur botanischen Biodiversität beizutragen.
Die Liebe zum Love-endel entdeckte Charlesworth im Jahr 1991. Der promovierte Geograph, der sich während des Studiums zunächst theoretisch mit dem Thema der globalen Erderwärmung und ihren Auswirkungen auf Pflanzen beschäftigt hatte, begann damit, in seinem kleinen Garten Stecklinge von sonnenliebenden und trockenheitsverträglichen Pflanzen zu ziehen und zu verkaufen. Die Kaufinteressenten fragten allerdings fast ausschließlich nach Lavendel , und so kam es zu einer allmählichen Spezialisierung. Aus dem Sammler Charlesworth wurde der Züchter, aus dem Hinterhofgärtner ein weltweit anerkannter Lavendelkenner, dessen Lavendelkultur auch hohe wissenschaftliche Anforderungen erfüllt. Heute zählt Downderry Nursery mit ca. 350 Lavendel -Arten und -sorten zu den ganz Großen.
Downderry Nursery liegt in Kent, inmitten eines alten ummauerten Viktorianischen Gartens. Die guten Bodenbedingungen und die geschützte Lage bieten den Pflanzen optimale Wachstumsvoraussetzungen. Charlesworth vertritt die Meinung, dass es mehr als einen sonnigen Standort, einen durchlässigen Boden und einen Rückschnitt zum richtigen Zeitpunkt nicht braucht, um Lavendel erfolgreich anzupflanzen. Das macht Mut, es mal mit Lavendel im Garten oder auf der Terrasse zu versuchen.
Made in UK
Von den alten Römern wird gesagt, sie hätten den Lavendel nach Großbritannien gebracht. Historische Beweise gibt es für diese Behauptung allerdings nicht. Belegt ist aber, dass man ab dem 13. Jahrhundert Lavendel im Vereinigten Königreich kannte und schon bald mit dessen Anbau begann.
Offenbar ließ sich die Pflanze auf der Insel problemlos kultivieren. Später wurde sie sogar zu einem wichtigen Bestandteil des klassischen, englischen Cottage Gardens. Der Charme desselben besteht ja in erster Linie in der Natürlichkeit, Ungezwungenheit und in der harmonisch blühenden, wohlkomponierten Vielfalt von unterschiedlichen Pflanzen, die hier so wachsen, als hätte die Natur die Beete selbst angelegt. Kein Wunder also, dass es die englische Lavendelkultur zu großem Ansehen gebracht hat.
Inmitten der sanften Hügellandschaft der Grafschaft Kent liegt die Wiege des Lavendels mit dem wohlklingenden Namen Downderry Nursery – eine Lavendelgärtnerei mit hohem Bekanntheitsgrad. Die erfolgreiche Nursery, die 350 verschiedene Lavendelarten und -sorten umfasst, hat als eine besondere Auszeichnung den Status als “National Plant Collection” erhalten. Eine Vielzahl der außergewöhnlichen Downderry Sorten werden jetzt auch bei uns im Handel angeboten.
Vom Sammler zum Züchter
Dr. Simon Charlesworth, Lavendelzüchter aus der Grafschaft Kent im Südosten Englands, erreichte mit seiner Sammlung 1996 den offiziellen Status als „National Plant Selection“. Judith Starck hat ihn für das Dehner Magazin interviewt.
Dr. Charlesworth, wie kamen Sie auf die Idee in England Lavendel zu züchten?
Charlesworth: Ich habe Geografie studiert und mich unter anderem mit den Themen “Globale Erderwärmung” und die Auswirkungen auf die Pflanzenwelt beschäftigt. Im Jahr 1991 habe ich deshalb begonnen in meinem kleinen Garten Stecklinge von sonnenliebenden und trockenheitsverträglichen Pflanzen zu ziehen. Die Käufer fragten fast nur nach Lavendel und so habe ich mich darauf spezialisiert. Am Anfang war ich hauptsächlich Sammler, später begann ich auch selber zu züchten.
Wie viele Sorten haben Sie im Sortiment?
Charlesworth: Am Anfang waren es ca. 60 Varietäten. Im Jahr 1996 erlangte meine Sammlung sogar den offiziellen Status als “National Plant Collection”. Als wir 1998 auf das jetzige Gelände der “downderry nursery” umgezogen sind, hatten wir bereits 80 Varietäten, im Jahr 2003 schon 200. Heute sind wir stolz auf ca. 350 Arten und Sorten. Einige unserer eigenen Züchtungen wurden auch erfolgreich von uns auf dem Markt eingeführt, z.B. die Sorte ‘Melissa Lilac’. So haben wir uns vom kleinen “Hinterhofgärtner” zur anerkannten “Benchmark-Nursery” (Marken-Baumschule) mit wissenschaftlichem Anspruch entwickelt.
Wie haben Sie den Verkauf in England gestartet?
Charlesworth: Zuerst haben wir über das Internet verkauft und waren auf verschiedenen Gartenmessen. Dann kam der Einzelhandel dazu und im Mai 1998 öffneten wir zum ersten Mal die “downderry nursery” für die Öffentlichkeit. Die “Hampton Court Flower Show” ist jährlich unsere größte Gartenschau, bei der wir viel verkaufen. Dort und auf der “Chelsea Flower Show” haben wir auch schon Preise gewonnen (insgesamt 11 Goldmedaillen).
Man vermutet in England keine Baumschule für Lavendel. Wie gelingt das dort?
Charlesworth: Wir haben gute Bedingungen. Die Baumschule liegt in Kent, in einem alten Viktorianischen ummauerten Garten. Hier herrschen gute Bodenbedingungen und es ist eine geschützte Lage.
Was sind die wichtigsten Dinge, um Lavendel erfolgreich anzupflanzen?
Charlesworth: Ein sonniger Standort und ein durchlässiger Boden sind wichtig. Dann noch ein Rückschnitt zum richtigen Zeitpunkt – das ist nach der Blüte – und mehr braucht es nicht.
Warum fasziniert Sie Lavendel?
Charlesworth: Man hat mit Lavendel sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten, z.B. im Beet, im Topf, am Wegesrand, in Kombination mit anderen Duftpflanzen wie Rosen usw. Zudem lockt er viele Bienen und Hummeln in den Garten. Und zuletzt können die Blüten zu tollen Produkten verarbeitet werden. Wir destillieren selber Lavendelöl, aus dem dann Seifen, Körperlotionen, Handcremes usw. hergestellt werden.
Was ist Ihnen wichtig bei Ihrer Arbeit?
Charlesworth: Als “National Plant Collection” ist es unsere Aufgabe aber auch unsere Philosophie Pflanzen zu konservieren, zu pflegen, ihren Bestand zu sichern und somit zur botanischen Biodiversität beizutragen. Beispielsweise ist es uns sehr wichtig, dass alle Pflanzen korrekt bezeichnet und benannt werden. Erst wenn die Pflanzen korrekt zugeordnet sind, werden sie vermehrt. Zudem vermehren wir fast alle unserer Pflanzen selber in unserer Baumschule und Sorten nur über Stecklinge, damit sie nicht verfälscht werden.
Quelle: dehner.de

